Habitat e.G. - Selbstdarstellung

Die Ursprünge

Selbsthilfe, Selbstbestimmung, Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Solidarität - das waren und sind die Leitsätze des genossenschaftlichen Denkens.
 
Das moderne Genossenschaftswesen entwickelte sich parallel zur Industriealisierung und der damit verbundenen Landflucht (= Wohnungsnot in den Städten) in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Wohnungsgenossenschaften boomten besonders in den zwanziger Jahren (wohnreformerische Ansätze) und nach dem Zweiten Weltkrieg (Wiederaufbau).
 
Heute gibt es in Deutschland ca. 2.000 Wohnungsgenossenschaften mit über 2 Millionen  Wohnungen und mehr als 3 Millionen Mitgliedern.
 
Die ökonomischen, demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, besonders auch nach der Wende, stellen die Genossenschaften vor neue Herausforderungen. Diese wurden seit den siebziger Jahren in erster Linie von der „alternativen“ Genossenschafts-bewegung angenommen. Hier lebte die „alte“ Idee von solidarischer Selbsthilfe und Selbstverwaltung wieder auf, verbunden mit der Entwicklung zukunft-weisender Wohnmodelle.

Die Gründung
In dieser Tradition sieht sich auch die 1997 gegründete HABITAT Wohnungsgenossenschaft.
 
Aus den Erfahrungen mit baulicher und sozialer Selbsthilfe, der praktischen Umsetzung zahlreicher Mit- bzw. Selbstverwaltungsmodelle und dem Wunsch, diese Aktivitäten auszuweiten, entstand im sozialen Projektverbund ZUKUNFT BAUEN schon vor längerer Zeit die Idee, eine Genossenschaft zu gründen. Diese Idee wurde dann 1997 in die Tat umgesetzt. Auch die HABITAT stellt die Aspekte Selbsthilfe und Eigeninitiative in den Vordergrund und will insbesondere Menschen ansprechen, die bereit sind, gemeinsam mit der Genossenschaft Ideen und Projekte zu entwickeln.
 
Dies findet sich auch in der Satzung wieder, die der Genossenschaft zur Aufgabe macht, „die Prinzipien der Subsidiarität, Dezentralität, baulichen Selbsthilfe und Selbstverwaltung zur größtmöglichen Entfaltung kommen zu lassen“.
 
Bei aller konzeptionellen Offenheit und Flexibilität fühlt sich die HABITAT bei der Schaffung von Wohnraum sozialen und ökologischen Grundsätzen verpflichtet und möchte mit Leuten zusammenarbeiten, die diesen Ansatz mittragen und weiterentwickeln wollen.
 
Die Basis
Die HABITAT Wohnungsgenossenschaft ist Bestandteil des sozialen Projektverbundes ZUKUNFT BAUEN. Auch die L.I.S.T. GmbH, aus der sie hervorging, gehört dem Verbund an. Die L.I.S.T. war jahrelang treuhänderischer Sanierungsträger des Landes Berlin und betreute im Auftrag des Landes Berlin bauliche Selbsthilfegruppen. Seit Einstellung der öffentlichen Förderung in Berlin ist die L.I.S.T. GmbH weiterhin als Stadtentwicklungsgesellschaft in den Bereichen Stadtteil- und Quartiersmangement, Wohnumfeldverbesserung, Altbausanierung, Beschäftigungsförderung und Kulturwirtschaft tätig.
 
Im Rahmen der Modernisierungs- und Instandsetzungsförderung des Landes Berlin (wohnungspolitische Selbsthilfe) wurden seit der Gründung 1989 an die 120 Selbsthilfe- und wohnungspolitische Sonderprojekte sowie Neubauprojekte entwickelt und betreut.
 
Die HABITAT kann auf das Know-how von L.I.S.T. und ZUKUNFT BAUEN zurückgreifen. Zugleich nutzt sie die Synergieeffekte des Projektverbundes, die sich aus der engen und reibungsverlustfreien Kooperation mit L.I.S.T. und ggf. anderen Verbundunternehmen ergeben. Die Genossenschaft bietet damit die Infrastruktur und den organisatorischen Rahmen für die Entwicklung neuer und innovativer Wohnprojekte.

Ziele

• gemeinsame Entwicklung von Wohnprojekten, um die Mitglieder mit langfristig
  gesichertem, sozial und ökologisch vertretbarem Wohnraum zu versorgen
• mittelfristig Schaffung von mitgliederinitiierten Gemeinschaftsanlagen, sozia-
  len, wirtschaftlchen, kulturellen Einrichtungen und Dienstleistungen; Zurverfü-
  gungstellen von Gewerberäumen
• Subsidiarität, Dezentralität, bauliche Selbsthilfe, Selbstverwaltung



Protokoll MV2010

Neue Bauvorhaben